Buddhistischer Aktionsmonat 2019 - Termine

Sangha-Abende, Beginn jeweils 19 Uhr

04.06.2019: Sangharakshita, unsere Umwelt und die fünf Geistesvermögen mit Nagadakini
11.06.2019: Tierischer Klimawandel mit Amoghamati
18.06.2019: Mehr als nur "Geistes"-Vermögen: die fünf indriyas mit Dhammaloka
25.06.2019: Wer verbirgt sich hinter den "engagierten Buddhisten" und warum nennen sie sich so? - Nagadakini und das EngaBu-Team

Tagesveranstaltung

04.08.2019, 9 bis 16 Uhr: "Mit offenem Herzen in einer leidvollen Welt", Reflexionstag mit Saraha

 

Sangharakshita-Zitate zu Umwelt-Engagement von Nagadakinis Sangha-Abend am 4.6.2019

Die Sammlung der von Nagadakini am Sangha-Abend erwähnten übersetzten Zitate Sangharakshitas zum Thema Engagement in Umweltfragen finden sich auf dieser Seite zum Download als PDF oder zum direkten Nachlesen

 

Buddhistischer Aktionsmonat 2019 - eine Einladung

Der buddhistische Aktionsmonat (kurz BAM genannt) entstand 2012 in Großbritannien und wird seitdem jedes Jahr im Juni von vielen Triratna-Zentren und anderen buddhistischen Gemeinschaften weltweit begangen. Natürlich geht es bei unserer buddhistischer Praxis ohnehin um das Wohl aller Wesen, aber es stellt sich immer wieder die Frage, wie wir dem in unserem alltäglichen ökologischen Verhalten Ausdruck verleihen können. Darüber wollen wir auch in diesem Jahr gemeinsam nachdenken und in konkrete Handlungen umsetzen.

Das können wir zwar für uns alleine tun, doch hat es mehr Kraft und ist auch freudvoller, wenn wir es gemeinsam angehen. Vielleicht mit euren Mitra- oder Jahreskursen oder einfach mit ein paar Freunden und Freundinnen im Sangha?

Unten findet ihr ein paar Aktionen als Vorschlag, von denen ihr euch gerne eine aussuchen könnt. Vielleicht habt ihr aber auch Ideen für eigene Aktionen.
Es wäre schön, wenn möglichst viele mitmachen würden und ihr das, was ihr tun wollt, an der Pinnwand im Wintergarten „veröffentlicht“.

 

Vorschläge für „Aktionen“

1) Ökologischen Fußabdruck errechnen und an Kompensationsprojekte spenden: Hier geht es nicht nur um Flüge, die am meisten CO2 produzieren, sondern auch um unseren Haushalt. Die Fragen der CO2-Rechner schärfen unser Bewusstsein für bestimmte Aspekte und man kann seinen Verbrauch kompensieren, indem man für Klimaschutzprojekte spendet. Eine Webseite des Bundesumweltamtes (uba.co2-rechner.de) bietet z. B. eine recht detaillierte Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck zu berech­nen. Zum Spenden an Kompensationsprojekte, die alle auf hohem Standard zertifiziert sind, eignet sich diese Seite: klimaohnegrenzen.de (Ihr CO2-Rechner ist bezüglich Ernährung nicht so detailliert wie der vom Umweltamt.

2) Einen Monat lang konsequent vegetarisch leben, wenn man das noch nicht tut, oder vegan: Entdecken, was es da alles mittlerweile gibt, ob im Café, der Kantine oder in den Geschäften. Ein paar schöne Rezepte finden, ent­weder im Netz oder, schöner, weil vernetzender, durch den Austausch mit Menschen im Sangha. Ist euch schon aufgefallen, dass in Vimaladhatu inzwischen komplett vegan verpflegt wird? (Das hat auch eine positive Wirkung auf den CO2-Ausstoß!

3) Müll-Sammelaktion mit Leuten aus dem Sangha. Vielleicht können wir das Gebiet rund um das Zentrum verschönen.

4) Gemeinsame Pflanzaktion von Insektenfreundlichem in unserer Straße, der Nähe des Zentrums oder auf dem eigenen Balkon, Vorgarten oder auch der Fensterbank.

5) Gebrauchte oder fair produzierte (Bio-)Kleidung kaufen: Herausfinden, wo es diese Geschäfte gibt, vorbei­schauen und dann vielleicht dort kaufen. Kleidung mit anderen tauschen oder die Anzahl seiner Kleidungs­stücke verringern ist eine weitere Möglichkeit, um an dieser Stelle ohne finanziellen Mehraufwand nachhaltiger zu leben.

6) Zu Ökostrom wechseln. Unser Zentrum hat das schon vor langer Zeit getan. Doch ist "Öko" heute kein zuverlässiges Label. Hier findet ihr auf einen Blick Infos über Anbieter von Ökostrom: utopia.de/ratgeber/oekostrom-tarife-vergleich/

 

Weiterführende Links zu englischen BAM-Seiten

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Lesenswerte Zitate Sangharakshitas

"Wir sollten eigentlich der gesamten Pflanzenwelt dankbar sein. Sie ermöglicht es einem Tier zu leben und dem Bewusst­sein zu existieren." (Sangharakshita, Seminar on the Precepts of the Gurus, 1979)*

"Unser Gespür für die Natur ist uns abhanden gekommen, so dass wir von ihr ent­fremdet sind.  Der ökologischen Bewegung geht es gewisser­maßen darum, die Emp­findsamkeit für die Natur wieder­herzustellen." (Sangharakshita, Seminar on the Conditions of Communal Stability, Wellington, New Zealand, 1979)

Die Einhaltung des ersten Vorsatzes wird nämlich natürlicherweise dazu führen, ... dass man sich für die Umwelt verantwortlich fühlt."  (Sangharakshita, Die Zehn Pfeiler des Buddhismus, 1984)

Als Buddhisten sind wir dazu angehalten, Metta allen Lebewesen entgegenzubringen. Damit sind nicht nur alle Menschen gemeint, sondern auch alle Tiere, Insekten, Pflanzen, Vögel, Kreaturen jeglicher Art. Das ist die Grundlage unseres ökologischen Anliegens als Bud­dhisten: Wir wünschen allen Lebewesen Gutes. (Sangharakshita, The Next Twenty Years, WBO Day 1988)

"Man warnt uns davor, dass bestimmte natürliche Ressourcen endlich sind und dass wir sie mit einer alarmierenden Geschwindigkeit verbrauchen; ja, wir verbrauchen sie nicht nur mit alarmierender Ge­schwindigkeit, sondern auch auf eine höchst verschwenderische Weise. Buddhisten, also diejenigen, die versuchen, den Dharma zu üben, sollten sich dessen sehr bewusst sein und versuchen alle Dinge natür­lichen Ursprungs sehr umsichtig zu nutzen, am besten so wenig wie möglich und auf die bestmögliche Weise, d. h. zum Wohl, zum echten Wohl von uns selbst und anderen. Ebenso sollten wir mit der gesamten Umwelt verfahren, sie weder zerstören noch schädigen, zum Beispiel durch Umweltverschmutzung. Und vor allem sollten wir sorgfältig nachdenken, bevor wir unumkehr­bare Veränderungen herbeiführen … (Sangharakshita, Transformation of Self and World, 1976; ganz ähnlich auch in: Nature, Man and Enlightenment, 1976)

All das ist mittlerweile zum Allgemeingut für sachkundiges und verant­wortungsbewusstes Denken geworden, weshalb es nicht weiter ausgeführt werden muss. Mir geht es hier nur darum, das darunter liegende Prinzip herauszustreichen: Der richtige Gebrauch der Natur ist Teil des spirituellen Lebens. (Sangharakshita, Transformation of Self and World, p. 171, 1976)

Ich denke, dass wir als Bewegung und vor allem als Orden mehr für solche Themen eintreten müs­sen, vielleicht eine aktivere Rolle in der Umweltbewegung spielen, zumindest im Rahmen unserer indivi­duellen Mög­lichkeiten. Das ist schließlich voll und ganz im Einklang mit buddhistischen Grundsätzen … In den nächsten zwanzig Jahren möchte ich erleben, dass unsere Bewegung und unser Orden eine Art ökologische Dimension entfaltet, wie ich es nennen würde. Ich wünsche mir, dass Ordensangehörige dieses spezielle Interesse aufgreifen und in diesem Bereich tätig werden, auf der Grundlage ihrer buddhistischen Selbst­verpflich­tung, vielleicht auch mit Nicht-Buddhisten zusammenarbeiten, die sich auch für ökologische Fragen einsetzen. Denn das ist etwas von ganz, ganz grundlegender Bedeutung. (Sangharakshita, The Next Twenty Years, WBO Day, 1988)

… wenn das anfängliche Gefühl der Entrüstung, Sorge, Wut oder Angst abgeklungen ist, sich und uns erschöpft hat, entsteht sehr oft ein Gefühl der Hilflosigkeit … Wir legen die Zeitung weg, schalten den Fernseher aus und leben weiter unsere persönliche Leben, so gut es geht, und versuchen die aktuellen Weltprobleme zu vergessen … Wenn ich gründlich darüber nachdenke, glaube ich, dass ein solches Verhalten, wenn man sich von Problemen zurückzieht, sich auf eine eher enge Weise ins Persönliche zurückzieht, eine Haltung ist, die eines menschlichen Wesens unwürdig ist, damit meine ich, eines Menschen, der versucht im vollen Wortsinn ein Mensch zu sein. (Sangharakshita, Lecture 94: Current World Problems)

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