Wer die Lehren des Buddha in ihren ursprünglichen Quellen kennenlernen möchte, findet in „Das lehrt der Buddha“ von Paul H. Köppler im Waldhaus Verlag einen aus meiner Sicht gelungenen Einstieg. Besonders gefallen hat mir die zeitgemäße und gut verständliche Übersetzung, die die Texte zugänglich macht, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Angenehm ist auch, dass viele Wiederholungen, die in den Lehrreden häufig vorkommen und das Lesen manchmal etwas mühsam machen können, entfernt wurden.
Dazu kommt eine gelungene Auswahl an Suttas aus dem Palikanon, die einen guten Überblick über zentrale Themen der buddhistischen Lehre vermittelt. Ich greife immer wieder gerne zu dem Buch, um ein oder zwei Suttas zu lesen.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Aṅgulimāla Sutta (Seite 95 ff)
In einem Wald lebte ein Räuber, der bereits viele Menschen umgebracht hatte und ihre abgeschnittenen Finger als Halskette trug, weshalb er Angulimala, das heißt Fingerkette, genannt wurde.
Eines Morgens ging der Buddha auf der Straße, die in diesen Wald führte. Vorbeikommende Bauern warnten den Buddha, aber er ging schweigend weiter. Als der Mörder den Mönch kommen sah, dachte er: »Das ist erstaunlich. Ganze Gruppen von Männern sind gekommen, und ich habe sie alle getötet. Nun kommt dieser Mönch ganz allein. Warum sollte ich nicht einen Mönch töten?«
Er nahm seine Waffen und verfolgte den Buddha. Obwohl er schnell ging, konnte er jedoch den Buddha nicht einholen, und schließlich begann er zu laufen, aber er kam ihm nicht näher. Da überlegte er: »Das ist seltsam. Ich bin so schnell, dass ich eine Kutsche oder einen Hirsch einholen kann. Aber diesen Mönch, der normal geht, kann ich nicht erreichen. Schließlich blieb er stehen und rief: »Bleib stehen, Mönch.«
