Was ist„somatische“ Meditation? Mit Soma ist sowohl der körperliche als auch der geistige Aspekt unserer Empfindungen gemeint. Ein Beispiel: Wenn wir uns freuen, gibt es da sowohl eine körperliche Empfindung von Energie und Leichtigkeit als auch ein geistiges (emotionales) Gefühl von Glück. Normalerweise hat man die Vorstellung, dass Meditation eine rein geistige Aktivität ist. Mit dieser Sichtweise kann man durchaus „erfolgreich“ sein in der Meditation, wenn zum Beispiel die Gedanken ruhiger werden und man sich körperlich entspannt. Man kann diesen Prozess aber auch umdrehen, sich also erst körperlich entspannen und diesem „Entspanntsein“ dann mehr Aufmerksamkeit schenken. Dann wird man merken, dass auch die Gedanken ruhiger und entspannter werden.
Die Atemmeditation ist eine Körpermeditation
In dieser Meditation achten wir auf unsere körperlichen Empfindungen von Atem – das Heben und Senken des Bauches, die kühle Luft an den Nasenflügeln, den Rhythmus des Ein- und Ausströmens. Wenn wir die Atemmeditation dagegen allein als eine geistige Aktivität sehen, achten wir auf die Vorstellung, die wir von unserem Atem haben, aber nicht auf den Atem selbst.Unser Körper ist immer im Hier und Jetzt. Wenn wir also gegenwärtig und bewusst im Hier und Jetzt sein wollen, brauchen wir nur auf unseren Körper zu achten.
Entspannen, bevor man beginnt: Es ist eine gute Vorbereitung auf die Meditation, sich zum Beispiel vorher zehn Minuten hinzulegen. Der Körper wird sich entspannen und damit auch unser Geist. Wenn man sich dann in die Meditationshaltung begibt, ist man schon ruhig und entspannt und braucht diesem Zustand nur mehr Aufmerksamkeit zu geben. Hilfreich ist der Einstieg über einen sogenannten Körperscan. Man kann mit dem Gesicht anfangen. Wenn man darauf achtet, merkt man, dass wir ganz viele feine Empfindungen in unserem Gesicht erleben.
Dann lässt man seine Aufmerksamkeit langsam nach unten gehen: Nacken, Hals, Brustkorb, Bauch, Beine. Bis man zum Schluss den Körperteilen Aufmerksamkeit schenkt, die den Boden berühren und man sich erdet. Dann kehrt man die Bewegung um und geht man mit dem Gewahrsein langsam nach oben. Beine, Hüften… Man kann sich dabei leicht bewegen, um das Gleichgewicht zu spüren. Und immer weiter so, bis zum Scheitelpunkt. Man kann sich dabei vorstellen, ganz leicht nach oben gezogen zu werden. Achte darauf, dass dein Kopf ein wenig nach vorn geneigt ist. Dann kannst du dein Gewahrsein auf deinen Atem richten und ruhig dem Atem folgen.
Anissita
